Mit dem Ende des Schuljahres blickt die AG Extremismus um Lisa Göppel, Daniel Weber und Thomas Behringer auf die erste Phase ihrer schulischen Aufklärungsinitiative zurück. Was im April mit drei Aufführungen des Theaterstücks „Ich bin kein Nazi, …“ vor mehr als 300 Schülerinnen und Schülern begann, wurde in den vergangenen Monaten durch eine Lehrkräftefortbildung, Materialien für die Verfassungsviertelstunden und schließlich den Lernzirkel „Extremismus erkennen – Demokratie schützen“ weitergeführt.
Seit seiner Eröffnung im Juli hatten die Klassen der Berufsschule die Möglichkeit, sich an sieben Stationen unter anderem mit demokratischen Grundwerten, verbotenen Symbolen, Codes und Sprache, Kleidung sowie Memes und Emojis auseinanderzusetzen. Ziel war es dabei nicht nur, extremistische Erscheinungsformen kennenzulernen, sondern auch zwischen Meinung, Kritik, Radikalität, Extremismus und strafbaren Inhalten unterscheiden zu können.
131 Rückmeldungen zum Lernzirkel
Zum Abschluss wurde der Lernzirkel von 131 Schülerinnen und Schülern anonym bewertet. Die Rückmeldungen zeichnen insgesamt ein positives Bild: Rund 64 Prozent bewerteten die Informationen als verständlich, knapp 59 Prozent gaben an, die unterschiedlichen Stufen zwischen Meinung und Extremismus besser unterscheiden zu können.
Besonders gut kamen die lebensnahen Stationen an. Memes und Emojis, verbotene Symbole sowie Kleidung wurden besonders häufig als verständlich genannt. Gleichzeitig zeigten die Rückmeldungen, dass gerade bei Memes, Emojis und Kleidung weitere Erklärungen hilfreich sind, da ihre Bedeutung häufig erst durch den jeweiligen Kontext entsteht.
Auch konkrete Beispiele erwiesen sich als besonders geeignete Arbeitsform. Die Evaluation zeigt zugleich Möglichkeiten zur Weiterentwicklung: Gewünscht wurden unter anderem zusätzliche Beispiele, eine stärkere Einbeziehung weiterer Extremismusformen sowie vertiefende Inhalte zu Radikalisierung und sozialen Medien.
An dieser Stelle möchten wir uns als AG Extremismus ganz herzlich bei allen Schülerinnen und Schülern bedanken, die uns eine solche Auswertung durch ihre Teilnahme am Feedback erst ermöglicht haben.
Die Arbeit geht weiter
Die Ergebnisse der Evaluation fließen unmittelbar in die weitere Arbeit der AG ein. Im kommenden Schuljahr soll der Lernzirkel um eine Station zum Thema Musik sowie um Linksextremismus im umfangreicheren Stil als weiteres Beispiel extremistischer Ideologien ergänzt werden.
Darüber hinaus sollen die bereits entwickelten Verfassungsviertelstunden weiter ausgebaut werden. Damit soll Demokratiebildung nicht auf einzelne Aktionen beschränkt bleiben, sondern regelmäßig Raum im Schulalltag erhalten.
Ein erster Schritt
Mit Theater, Fortbildung und Lernzirkel wurde in diesem Schuljahr eine erste Grundlage geschaffen. Die erste Phase der Initiative ist damit abgeschlossen. Die Arbeit für Demokratie, Aufklärung und eine wachsame Schulgemeinschaft geht weiter.
Denn Demokratiebildung bedeutet nicht, auf jede Frage bereits eine fertige Antwort zu haben. Sie bedeutet, Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, Fragen zu stellen, Informationen kritisch zu prüfen, unterschiedliche Positionen einzuordnen und die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verstehen und zu schützen.
Die erste Phase unserer Aufklärungsinitiative ist damit abgeschlossen – die Arbeit an einer lebendigen demokratischen Schulkultur geht weiter.
Bilder und Text: Lisa Göppel, Daniel Weber, Thomas Behringer

















