Schulleiter Peter J. Hoffmann führt durch eine Reise von der Vergangenheit in die Zukunft. Zudem berichten ehemalige Schüler von ihrem Werdegang.

von Michael Stelzl, DZ 12.11.24
Schulleiter Peter J. Hoffmann führt durch eine Reise von der Vergangenheit in die Zukunft. Zudem berichten ehemalige Schüler von ihrem Werdegang.

von Michael Stelzl, DZ 12.11.24
Einblicke in die 60er Jahre

Sie reicht – wenn man von den mittelbaren Vorläufern, etwa der 1807 eröffneten Industrieschule oder der 1810 gegründeten privaten Zeichenschule, absieht – ins Jahr 1874 zurück. Damals wurde eine Abendfortbildungsschule, deren Besuch für alle Lehrlinge bis zum vollendeten 16. Lebensjahr Pflicht war, ins Leben gerufen. Sie bestand bis 1922.
Seiner Zeit beschloss der Stadtrat die Gründung einer Berufsfortbildungsschule. Zum 1.5.1922 begann der Unterricht im ehem. Hallgebäude (Herzog-Georg-Straße 22, heute Salzstadel). Bis zum Neubau der heutigen Berufsschule an der Friedrich-Ebert-Straße 14 wurde hier Unterricht gehalten.
Nach zweijähriger Bauzeit konnte im September 1964 das heutige Gebäude bezogen werden.






Gestiegene Schülerzahlen sowie die geänderte Ausbildungsordnung im Bauhandwerk (Einführung des Berufsgrundschuljahres) führten 1977-78 zur Erweiterung der Werkstätten und zum Bau von drei weiteren Klassenräumen. Um von den Witterungseinflüssen unabhängig zu sein, wurde 1986 eine Tiefbauhalle erstellt.
Ein Um- und Erweiterungsbau für die Ver- und Entsorger erfolgte 1988-91. Im Schuljahr 1999/2000 besuchten 1.774 Schüler den Unterricht in den Bereichen Metalltechnik, Wirtschaft und Verwaltung, Elektrotechnik, Körperpflege, Nahrung, Bautechnik sowie Ver- und Entsorger.
Das Technologiezentrum bei der Staatlichen Berufsschule wurde 1988-89 eingerichtet. Partner sind die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung, das BFZ Dillingen sowie der Landkreis Dillingen. 2007 wurde das TZL geschlossen. Die Akademie war letzter Partner. Aktuell nutzt es die ALP und die BVS über einen Mietbeitrag, je nach Nutzung.
Das von 1996-98 in der Form eines sechsgeschossigen Wohnturms erstellte Schülerheim der Staatlichen Berufsschule in der Kastellstraße 15 bietet Platz für 138 Betten. Zuvor war es in der Brüderstraße 10 untergebracht. Heute sind es mit weiterem Neubau und Aufstockung 234 Betten.


60 Jahre gibt es die Berufsschule in Lauingen an ihrem jetzigen Standort.
Viel hat sich seitdem getan. Gerade in einem Bereich gibt es aktuell großen Zuwachs.
Von Jonathan Mayer, 8.11.24, 06:02 Uhr
Aus ganz Bayern kommen sie nach Lauingen, um hier zu lernen: die Umwelttechniker. Sie werden zu Fachkräften ausgebildet, sollen künftig Wasserversorgungen sichern, die Abfallwirtschaft regeln, Kanäle in Schuss halten, sich um Abwasser und damit auch um die Umwelt kümmern. Die Lauinger Berufsschule ist die einzige im Freistaat, an der junge Menschen in diesen Berufen ausgebildet werden. Manche kommen dafür bis aus Hessen oder Rheinland-Pfalz. Wenn Schulleiter Peter Hoffmann davon berichtet, ist ihm der Stolz auf seine Schule anzumerken. Und da ist noch mehr.
Ergonomieseminare, die Verfassungs-Viertelstunde, Projektarbeiten zum Thema Depressionen. „Hier passiert jeden Tag so viel“, sagt der Oberstudiendirektor, dessen Verwaltung 100 Klassen und 2200 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Bundesländern und Fachbereichen managt. Hoffmann spricht von einem „gigantischen Aufwand“: 900 dieser Schüler seien jeden Tag im Rahmen der Blockseminare vor Ort. Die Blockpläne so abzustimmen, dass alles zusammenpasst, sei eine der größten Herausforderungen. 300 der Schüler sind nachts außerdem im Schülerwohnheim beziehungsweise im Gasthof Rose untergebracht.
Die Berufsschule in Lauingen weist einige Besonderheiten auf
Die Berufsschule bildet insgesamt 35 Berufe aus. Eine weitere Besonderheit: Lauingen ist seit 2018 einer von fünf Standorten in Bayern, an denen Kaufmänner und -frauen für E-Commerce ausgebildet werden, also im immer wichtiger werdenden Online-Handel. Außerdem gibt es die Berufsschule Plus, für junge Menschen, die das Abi nachholen wollen, es gibt zwei Berufsvorbereitungsklassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und die „Berufsschule international“. Dort bekommen Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, für eine Zeit lang nach Polen oder Irland zu gehen. Dort leben sie bei Gastfamilien und arbeiten in Gastunternehmen. Von dem Programm ist Hoffmann besonders überzeugt: „Die kommen verändert zurück“, sagt er. Es gebe mehr Bewerber, als man nehmen könne.
Seine Schule steht in einer langen Tradition: Schon seit 200 Jahren gibt es berufliche Bildung in Lauingen, einst eine Industrieschule, dann gab es eine Zeichenschule. 1874 wurde eine Abendfortbildungsschule gegründet, deren Besuch für alle Lehrlinge bis 16 Jahre Pflicht war. 1922 folgte die Gründung einer Berufsfortbildungsschule, damals in der Stadtmitte. 1964 zog die Schule an den heutigen Standort um, vor genau 60 Jahren. Seitdem kamen immer mehr Ausbildungsberufe und damit auch Schülerinnen und Schüler dazu. Aktuell, so Hoffmann, erlebe man Zuwachs bei den technischen Berufen, die seit längerer Zeit auch in einem Container unterrichtet werden. „Wir haben keinen Raum frei, das ist unglaublich bei der Größe des Gebäudes.“
Was sich durch KI an der Berufsschule verändern könnte
2024 ist das Jahr der Jubiläen: Heuer sind es 150 Jahre Berufsschule, 60 Jahre Standort Friedrich-Ebert-Straße, 50 Jahre staatliche Berufsschule, 40 Jahre Umwelttechnik, 25 Jahre Mechatronik, zehn Jahre Neubau. Für Hoffmann ein Grund zum Feiern. Kommenden Montag lädt er zum „111er-Fest“. Die Zahl bezieht sich auf die Standortgeschichte, die Jahre als Staatliche Berufsschule und: „Ein Jahr, 365 Tage, ständige Anpassung und Entwicklung“, so beschreibt es der Schulleiter. Alle Partner der Schule sind eingeladen, von der Regierung von Schwaben über den Landkreis, viele Firmen, die IHK und HWK, Bürgermeister und Banken. Beim Fest sollen die Schüler im Mittelpunkt stehen. Und die Zukunft der Einrichtung.
Denn die erwartet Hoffmann mit Spannung: „Durch Künstliche Intelligenz könnten wir in fünf Jahren 50 Leute im Unterricht sitzen haben“, meint er. Viele könnten dann von daheim aus lernen. Die Räumlichkeiten der Schule würden dann verstärkt für die praktische Ausbildung genutzt. Auch Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Demokratieprojekte sollen künftig mehr Platz an der Berufsschule haben. Mit dem Forum Zukunft hat Hoffmann den ersten Schritt in diese Richtung bereits getan.
Version 1.1, pjh
Berufsschule Lauingen feiert Jubiläum: „Hier passiert jeden Tag so viel“ (augsburger-allgemeine.de)
Danke an Jonathan Maier.
Das Team der Schulleitung
Neue Vortragsreihe der Berufsschule mit einem originellen Format.



von Günter Stauch, DZ 11.10.24, 09:00 Uhr, (siehe Quelle unten)
WeiterlesenSchulleiter Peter J. Hoffmann ist seit 2018 ordentliches Mitglied des Berufsbildungsausschusses der IHK. Am 17.10.2024 tagte der BBA an der BS Lauingen. Es gibt 4 Sitzungen im Jahr.

BBA bei der Arbeit
17.10.2024 @ BSL
Die Berufsinformationsmesse „Fit for Job“ war wieder ein voller Erfolg. Mit einer Beteiligung von rund 100 Ausstellern, die über 230 Ausbildungsberufe und duale Studiengänge präsentierten, wurden den Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Realschulen, der Gymnasien und der Berufs- und Fachoberschulen bei der 20. Berufsinformationsmesse „Fit for Job“ wieder vielfältige Informationsmöglichkeiten geboten.
Weiterlesen32. BAG-Fachtagung im Rahmen der 21. Hochschultage Berufliche Bildung
Als sich im Frühjahr 2019 die Teilnehmenden und Mitwirkenden der 21. Hochschultage in Siegen voneinander verabschiedeten, ahnte wohl niemand, welche einschneidenden Ereignisse das Zusammenkommen auf den nachfolgenden Hochschultagen verzögern würden. Umso größer war die Erleichterung und Freude, vom 20. bis 22. März 2023 in Präsenz und ohne nennenswerte Auflagen an den 22. Hochschultagen Berufliche Bildung teilnehmen zu können, die unter dem Titel „Fachkräftesicherung – Zukunftsweisende Qualifizierung, gesellschaftliche Teilhabe und Integration durch berufliche Bildung“ in Bamberg stattfanden.
Auch wenn die letzte BAG-Fachtagung erst sechs Monate zurücklag, folgte die BAG ElektroMetall der traditionellen Teilnahme und richtete in Bamberg ihre 32. Fachtagung aus. Unter dem Titel „Fachkräftemangel in gewerblich-technischen Berufen und die Herausforderung der Mitgestaltung einer digitalisierten und nachhaltigen Arbeitswelt“ kamen ca. 80 Teilnehmende und Akteure aus den Bereichen Hochschule, betriebliche Praxis und Schule zusammen, um sich in Plenumsveranstaltungen und Arbeitskreisen gegenseitig zu informieren und über aktuelle Fragestellungen aus ihren Bereichen ins Gespräch zu kommen.

Die Tagung wurde am Montagmittag eröffnet durch einen Vortrag von Barbara Ofstad (Siemens Professional Education). Sie stellte unter dem Titel „Digitalisierung der Berufs- und Arbeitswelt als Beitrag zur Nachhaltigkeit“ eine Möglichkeit vor, durch die Potenziale und die Attraktivität digitaler Medien verstärkt junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen.
Im zweiten Eröffnungsvortrag unter dem Titel „Fachkräftegewinnung für eine nachhaltige Energienutzung“ stellte Heiko Weber (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung f-bb) unter anderem die provokante These auf, den gravierenden Fachkräftebedarf im Handwerk abzumildern, indem Technologien weitgehend „kundenfreundlich“ vereinfacht umgestaltet werden könnten, damit einfache Tätigkeiten unterstützend vom Kunden selbst vorgenommen werden könnten.
Der zweite Teil des Nachmittags wurde als Podiumsdiskussion organisiert: Unter der anregenden Moderation von Mischa Salzmann (Radio Bamberg) fanden sich neben Barbara Ofstad und Heiko Weber, Georg Spöttl (Universität Bremen), Simon Brückner (Auszubildender, Bamberg), Leo Voran (Obermeister der SHK-Innung Bamberg) und Peter J. Hoffmann (Berufliche Schulen Lauingen a.d. Donau) auf dem Podium zusammen, um ihre Sichtweisen und Ideen zum Thema „Wo ist das ,Heer‘ von Handwerker*innen und Facharbeiter*innen für die Energiewende? – Wie können wir Jugendliche für eine technische Ausbildung gewinnen?“ dem Plenum zu präsentieren und sich einer durchaus angeregten Diskussion zu stellen.
Nach der offiziellen Eröffnung der Hochschultage trafen sich viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Wirtshaus Eckert, um bei fränkischer Gastfreundschaft miteinander ins Gespräch zu kommen.
Am darauffolgenden Vormittag wurde in vier themen- und fachrichtungsbezogenen Arbeitskreisen zu aktuellen Aufgaben- und Problemstellungen informiert, was zu intensiven, und um neue (Lösungs-)Ansätze ringenden Fachgesprächen führte:
AK1: Handwerkliche Berufsbildung für eine digitalisierte und nachhaltige Arbeitswelt auf Baustellen und in Werkstätten.
Die Verantwortlichen waren Wilko Reichwein von der TU Berlin, Sören Schütt-Sayed von der TU Hamburg und Harald Strating von der Hochschule Osnabrück.
AK2: Industrielle Berufsbildung für ein digitalisiertes und nachhaltiges Arbeiten an und mit Produktionsanlagen und -systemen.
Hier übernahmen die Verantwortung Georg Spöttl von der Universität Bremen und Lars Windelband vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
AK3: Fahrzeugtechnische Berufsbildung für die Facharbeit in einer digitalisierten und nachhaltigen Arbeitswelt.
Torben Karges von der Europa-Universität Flensburg und Tim Richter-Honsbrok von der Leibniz Universität Hannover organisierten diesen Arbeitskreis.
AK4: Informationstechnische Berufsbildung für eine digitalisierte und nachhaltige Arbeitswelt in Industrie, Handwerk, Dienstleistung und Verwaltung.
Dieser Arbeitskreis stand unter der Leitung von Steffen Jaschke und Sven Jacobs von der Universität Siegen.
Die Fachtagung endete mittags. Am Nachmittag wurden die Hochschultage mit Workshops und Veranstaltungen fortgesetzt.
Aufgrund der veränderten Tagungsstruktur, die zugunsten der Aktivitäten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitgehend auf Vorträge verzichtete, ist für die Beiträge der Fachtagung keine einheitliche Veröffentlichungsform vorgesehen. Allerdings finden sich auf der BAG-Homepage (bag-elektrometall.de) Kurzberichte und Präsentationen aus Plenum und Arbeitskreisen. Darüber hinaus sollen einzelne Beiträge in kommenden Ausgaben von lernen&lehren in ausführlicher Form veröffentlicht werden.
März 2023, Ulrich Neustock, Peter J. Hoffmann
weitere Tagungsberichte der BAG, Kontakt: Peter J. Hoffmann, Landesvertreter Bayern (seit 2005)

Peter J. Hoffmann ist seit 5.10.2021 neuer Leiter des beruflichen Schulzentrums in Lauingen.
WeiterlesenWir freuen uns wieder auf den Unterrichtsstart. Aktuell gibt es allerdings weiter Einschränkungen im Unterricht. Bitte beachten Sie die Hygienevorschriften und die Zugangsvoraussetzungen.+

Oberstes Ziel ist Präsenzunterricht. Dies wird ermöglicht durch ein umfangreiches Sicherheitsnetz bzw. folgende Rahmenbedingungen für den Schulbetrieb:
WeiterlesenDie im Juni 2018 vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ hatte den Auftrag, die Entwicklungsperspektiven der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der künftigen Arbeitswelt zu analysieren, die ökonomischen und sozialen Potentiale einer Modernisierung zu prüfen und daraus für die Politik konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Das Ergebnis der sieben Arbeitsgruppen wurde am 22.6.2021 vorgestellt.
Deutscher Bundestag – Impulse für die berufliche Bildung der Zukunft (mit Video)

Deutscher Bundestag – Enquete-Kommission „Berufliche Bildung“
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