Generalkonsul Qiu interessiert sich besonders für berufliche Ausbildung und Denkmalschutz in der Albertus-Magnus-Stadt. Zum Stadtheiligen hat er sogar einige Bemerkungen. An der BS Lauingen verbringt er u.a. mit dem Schulleiter den Nachmittag mit vielen Fragen und interessanten Einblicken.

Von Hans Gusbeth | 19.08.26 Hoher Besuch: Generalkonsul von China in Lauingen

Was veranlasst einen Generalkonsul der Volksrepublik China, nach Lauingen zu kommen? Diese Frage stellte sich auch Bürgermeisterin Katja Müller, als sie über den kurzfristig erbetenen Termin des Generalkonsuls aus München informiert wurde. Wieso also bemüht sich Qiu Xuejun mitten in der Ferienzeit von der Isar an die Donau? Und warum verbringt er dort einen ganzen heißen Sommertag?
Was veranlasst einen Generalkonsul der Volksrepublik China, nach Lauingen zu kommen? Diese Frage stellte sich auch Bürgermeisterin Katja Müller, als sie über den kurzfristig erbetenen Termin des Generalkonsuls aus München informiert wurde. Wieso also bemüht sich Qiu Xuejun mitten in der Ferienzeit von der Isar an die Donau? Und warum verbringt er dort einen ganzen heißen Sommertag?
Das anfängliche Rätselraten war beim offiziellen Teil auch den anwesenden Stadtratsmitgliedern Engelbert Kigele, Ulrike Egger (beide Grüne), Ursula Kigele, Dominik Remiger und Irmgard Daub (alle SPD) anzumerken. Im Rathausfestsaal sprach Qiu (sprich: Tschiu) ganz allgemein über die guten Beziehungen Chinas, insbesondere zu Bayern, und wie wichtig Bayern und seine Wirtschaft für die Zusammenarbeit sind. Er verwies auf die Aktivitäten von Same Deutz-Fahr (SDF) in China: Dort betreibt SDF im Joint Venture mit Changlin zwei Traktorenwerke. Erst im Februar 2026 hatte das größte Lauinger Unternehmen in Shanghai ein neues Kompetenzzentrum eröffnet.
Doch an diesem Tag ging es in Lauingen weniger um Wirtschaft, „auch weil viele unserer heimischen Firmen Betriebsferien haben“, wie Katja Müller in ihrem Statement betonte. Die Aktivitäten des Generalkonsulats als „Brückenbauer und Vermittler“ wisse man dennoch sehr wohl zu schätzen.
Der Denkmalschutz in Lauingen interessiert den Generalkonsul sehr
Qiu überraschte die Anwesenden anschließend mit anerkennenden Bemerkungen zu Albertus Magnus. Offenbar hatte ihn der souveräne Vortrag von Christian Müller über Lauingens Geschichte (in Englisch) so beeindruckt, dass er sowohl zu den naturwissenschaftlichen als auch zu den philosophischen Werken Alberts des Großen einige Anmerkungen hatte. Anschließend trug er sich in das Goldene Buch der Stadt ein: „Möge die Freundschaft und gute Zusammenarbeit zwischen China und der Stadt Lauingen blühen und gedeihen.“
In kleinem Kreis, nachdem man sich ins Bürgermeisterzimmer zurückgezogen hatte, zeigte der Generalkonsul hohes Interesse am Denkmalschutz und wie eine kleine Stadt wie Lauingen damit umgeht. Das ist umso bemerkenswerter, als in China selbst heute noch historische Hutong-Siedlungen bisweilen über Nacht abgerissen werden, um Hochhaussilos Platz zu machen.
Dass Vertreter der Wirtschaft fehlten, hatte Katja Müller am Vormittag mit der Ferienzeit und dem Sommerurlaub in vielen Betrieben begründet. Das größte Interesse von Qiu galt dennoch der Wirtschaft, konkret der beruflichen Bildung. Und so ließ er sich den ganzen heißen Nachmittag lang von Oberstudiendirektor Peter J. Hoffmann durch die Räume der Lauinger Berufsschule führen. Zusammen mit Oberstudienrätin Daping Dong, die dort erst kürzlich nach 25 Jahren Lehrtätigkeit in den Bereichen IT und Anwendungsentwicklung verabschiedet wurde, informierte der Schulleiter über den aktuellen Stand der Ausbildung.
Die Lauinger Berufsschule kooperierte bereits mit einer Schule in China

Die besondere Aufmerksamkeit Qius, der seit 2024 Generalkonsul mit Sitz in München für ganz Bayern zuständig ist, galt den Bereichen Umweltschutz und Robotik. Diese Themen werden auch in China immer wichtiger. So sitzt die Firma Unitree, der weltweit führende Hersteller von humanoiden Robotern, in der Mega-Metropole Shenzhen. Genau dort ist die Shenzhen No. 1 Vocational School beheimatet. Zwischen dieser Berufsschule und der Staatlichen Berufsschule Lauingen gibt es bereits seit dem 20. März 2017 eine Zusammenarbeit. Denn an diesem Tag wurde auf Initiative der Hanns-Seidl-Stiftung im Auftrag des Bayerischen Kultusministeriums in Shenzhen ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden berufsbildenden Ausbildungsstätten geschlossen. Was vielversprechend startete, wurde dann ein Opfer der Covid-Pandemie. Zwar fanden noch im Juli 2022 Online-Meetings statt, und es gab im gleichen Monat sogar noch einen Besuch in Lauingen, wo beim Erinnerungsfoto auf der Rathaustreppe „Corona-Abstände“ gehalten werden mussten. Doch dann herrschte Funkstille.
Zum 10. Jubiläum könnte die Kooperation wiederbelebt werden. Denn im Frühjahr 2027 plant Schulleiter Hoffmann mit Unterstützung durch das Erasmus-Programm der EU wieder einen Besuch in Shenzhen. Auch das Programm CLIB (Chinesische Lehrer in Bayern) des Kultusministeriums könnte wieder unterstützen, hofft man in Lauingen. Denn mit seinem Gegenpart in China, dem Schulleiter der Shenzhen No. 1 Vocational School, habe er noch immer Kontakt, so Hoffmann gegenüber unserer Redaktion. Generalkonsul Qiu Xuejun bot seine Unterstützung an.










