
Im Rahmen eines abteilungsübergreifenden kleinen Praxisprojekts erhielten die Schülerinnen und Schüler der ETA12 einen Einblick in die Welt der strukturierten Netzwerkverkabelung. Ziel war es, theoretische Inhalte aus dem Fach Netzwerktechnik durch praktische Erfahrungen zu vertiefen.
Vom Rohmaterial zur fertigen Installation
Zu Beginn des Projekts machten sich die Lernenden mit den grundlegenden Komponenten einer Netzwerkverkabelung vertraut: Patchfelder, Anschlussdosen, Kabelkanäle, Leitungen und das notwendige Installationsmaterial. Anschließend ging es in die Metallwerkstatt, wo sie unter Anleitung unseres Kollegen Herrn Zahn eigene Befestigungselemente für die Montage herstellten.
Dabei kamen verschiedene Werkzeuge und Maschinen zum Einsatz:
- eine Schlagschere zum präzisen Zuschneiden der Rohteile
- eine Biegemaschine zur Formgebung der Halterungen
- diverse Handwerkzeuge für Feinarbeiten und Montage
Dieser praktische Teil vermittelte nicht nur handwerkliche Grundfertigkeiten, sondern zeigte auch, wie eng Mechanik und Informatik in der realen Arbeitswelt miteinander verknüpft sein können.









Aufbau eines vollständigen Netzwerkmodells
Im nächsten Schritt montierten die Lernenden die selbst gefertigten Bauteile auf einem Steckbrett und bauten darauf ein vollständiges Modell einer Netzwerkverkabelung auf. Sie lernten, wie Leitungen fachgerecht verlegt, Kabelkanäle gesetzt und Netzwerkdosen angeschlossen werden. Besonders im Fokus stand das korrekte Auflegen der Adern auf Patchfeld und Anschlussdose – eine Tätigkeit, die Präzision und Sorgfalt erfordert.
Durch die eigenständige Arbeit am Modell konnten die Lernenden typische Herausforderungen der Praxis kennenlernen:
- Wie viel Platz benötigt eine saubere Kabelführung?
- Welche Reihenfolge ist beim Aufbau sinnvoll?
- Wie entstehen Fehler beim Auflegen und wie vermeidet man sie?
Professionelle Messung und Abnahme
Abschließend überprüften die Lernenden die Funktionsfähigkeit ihrer Installation. Dank der neu angeschafften Fluke-Messgeräte konnten sie erstmals mit professionellen Prüfverfahren arbeiten, wie sie auch in der Industrie üblich sind. Die automatisierten Testabläufe zeigten anschaulich, wie Leitungslängen, Dämpfungswerte und Verdrahtungsfehler erkannt und dokumentiert werden.
Diese Messungen machten deutlich, wie wichtig eine sorgfältige Installation ist – und wie eng Theorie, handwerkliche Umsetzung und technische Analyse miteinander verbunden sind.
Ein Projekt, das Fachwissen verbindet
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie praxisnah der Unterricht im technischen Assistenten für Informatik gestaltet wird. Die Lernenden konnten nicht nur ihr Wissen im Bereich Netzwerktechnik erweitern, sondern auch wertvolle Einblicke in metalltechnische Arbeitsprozesse gewinnen. Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen verdeutlichte zudem, wie bereichernd fachübergreifende Projekte für die Ausbildung sind. Vielen Dank an Herrn Zahn für die Unterstützung bei der Durchführung und insbesondere bei der Handhabung der verschiedenen Werkzeuge.
Bilder und Text: Stefan Zerhau








