
Am Dienstag, 16.12.2025, besuchte eine Delegation der DVGW-Berufsschulgruppe „Blauer Ring“ zusammen mit weiteren Interessierten das Historische Wasserwerk am Hochablass in Augsburg.

Zu Fuß marschierten die 30 Personen, federführend dabei Martin Wirth und Max Halder, von der BS Lauingen zum Bahnhof, von wo es ebenso klimafreundlich mit der Bahn, der Trambahn – einige fuhren dabei tatsächlich zum ersten Mal damit – und schließlich wieder zu Fuß über einen von Brombeeren halb überwucherten Trampelpfad zum Historischen Wasserwerk ging.
Hr. Dr. Ottillingen, selbst DVGW-Mitglied, nahm uns vor dem opulenten Gebäude, das mehr an einen fürstlichen Regierungssitz erinnert, in Empfang. Die mehr als 3 Meter hohen, massiven Eichenflügel der Eingangstür mussten von zwei Personen geöffnet werden. Im Inneren dann erwarteten uns ein echter Terrazzoboden aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aufwändig bemalte Decken und auch Fenster, die mehr an eine Kathedrale erinnern als an ein Technisches Bauwerk. Man kann erahnen, welchen Stellenwert die Wasserversorgung einst hatte.

Fast noch beeindruckender waren die original von 1879 eingebauten Doppelkolbenpumpen, die bereits zum Zeitpunkt der Erbauung durch die Kraft des Lechs angetrieben wurden. Die mehr als drei Meter hohen Getrieberäder aus Schmiedeeisen, der Klang der vierzylindrigen Wasserpumpen, der Geruch von Schmiermitteln – all das lies uns eintauchen in eine längst vergangene Zeit.
Dr. Ottillingen führte uns im Show-Room in die Historie ein: Max von Pettenkofer, ein herausragender Bakteriologe, gab den entscheidenden Hinweis für die Standortfindung dieses beeindruckenden Bauwerks – gehen Sie ein Stück außerhalb der Stadt, um die Latrinen-verseuchten Gebiete nicht anzuzapfen. Zusammen mit der Technik der Augsburger Maschinenfabrik (später und noch heute: MAN) und der damals wohlhabenden Fuggerstadt Augsburg waren dann die drei Puzzleteile gefunden und zusammengesetzt worden.

Nach weiteren Einblicken in die Brunnenstube eines der neueren Vertikalfilterbrunnen von 2009 und der UV-Bestrahlung an einer Übergabestelle – also dort, von wo das Wasser in das Netz eingespeist wird – waren wir sichtlich begeistert.
Beim gemeinsamen Einkehren im Feuer Werk nahe der Augsburger City-Gallery stärkte sich die Gruppe, um dann schließlich den Heimweg anzutreten. Um es mit den Worten des französischen Literaten Antoine de Saint-Exupery zu sagen, dessen Zitat auf dem Bild oben zumindest halb zu lesen ist (linker Bildrand)
„Wasser, du hast weder Geschmack noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben. Man Schmeckt dich, ohne dich zu kennen. Es ist so, dass man dich zum Leben braucht: Du selbst bist das Leben.“









